Karriere

Und wer hilft dem Autopiloten?

Fragt man Lea Debes und Niclas Beier nach ihrem Ausbildungsberuf, schwingt in ihren Stimmen ein gewisser Stolz mit. „Elektroniker für Automatisierungstechnik“ – das hat schon was. Aber was lernen die jungen Auszubildenden eigentlich im Industriepark Wolfgang?

Es ist kurz vor Feierabend. Lea Debes und Niclas Beier kommen gerade aus einem Workshop zum Thema Mess- und Regeltechnik. Was die beiden 20-Jährigen bei Evonik lernen, geht über das reine Verständnis von Stromstärke, Spannung und Schaltkreisen hinaus. Am besten macht das ein Beispiel deutlich. Debes steht in der Ausbildungswerkstatt und deutet auf eine kühlschrankgroße Konstruktion aus vielen Rohren und zwei Wasserbecken. Au- ßerdem jede Menge Technik: Pumpen, Thermostate und Sensoren. „Wir haben heute den ganzen Tag an dieser Miniatur-Anlage gearbeitet“, resümiert sie den Lehrgang, den sie gerade besuchen. „Daran trainieren wir, was wir später an großen Chemieanlagen können müssen.“ Die meisten Prozesse in so einer Chemieanlage laufen vollautomatisiert ab. Messfühler überwachen den Druck, erfassen die Temperatur oder prüfen Füllstände. Der Computer bringt die Daten zusammen und steuert die Anlage.

Automatisierungstechniker lernen, diese Technik zu beherrschen. Denn sie müssen eingreifen, wenn mal etwas nicht funktioniert. „Wir haben heute zum Beispiel programmiert, dass der Wasserstand in den Behältern konstant bleibt“, sagt Debes. „Wir können dem Rechner auch sagen, dass ab einer Temperatur von 30 Grad das gesamte Wasser weitergepumpt oder die Temperatur gehalten werden soll.“ Elektroniker für Automatisierungstechnik sorgen dafür, dass automatische Prozesse das tun, was sie sollen. Die beiden Azubis wussten schon früh, dass ein technischer Beruf genau ihr Ding ist. Sie lernen jetzt im dritten Jahr bei Evonik und haben vorher eine Fachoberschule mit Technik-Schwerpunkt besucht. Eine gute Entscheidung, sagen sie: „Das war eine super Vorbereitung auf die Ausbildung.“ Mathe, Physik und Informatik spielen eine große Rolle bei den Automatisierern. „Am wichtigsten ist aber Interesse für Elektronik und Technik“, finden sie. „Ohne das geht gar nichts!“ Auf ihren Platz in der Arbeitswelt fühlen sich die beiden gut vorbereitet. Auch ein berufsbegleitendes Studium nach der Ausbildung können sie sich vorstellen. „Ich bin mir sicher, dass die Automatisierung noch stark zunehmen wird“, sagt Beier. „Mit unserer Ausbildung haben wir viele Optionen.“ Gute Gründe also, auf ihren Job stolz zu sein.