Hanau
31. März 2020

Räumlich distanziert und trotzdem nicht alleine

Die Sozial- und Mitarbeiterberatung gibt Tipps für den Umgang mit der derzeitigen Situation und bietet Unterstützung an.

„Halten Sie Abstand“ heißt es in diesen Zeiten, um der pandemischen Gefahr, die von dem neuen Coronavirus ausgeht, zu begegnen. Behördlich verordnete Maßnahmen räumlicher Distanzierung hat keiner bisher in dieser Form erlebt. Die Vielzahl der Berichterstattungen und die Bilder aus den Nachbarländern erzeugen bei vielen Unsicherheit, auch weil gewohnte und liebgewonnene Rituale im Beruf und im Privaten gerade nicht möglich sind. Wir alle sollen mehr Zeit zu Hause verbringen.

Dabei entwickeln manche Menschen Angstgefühle, resultierend auch aus der Sorge um die eigene Gesundheit und die von Angehörigen, Freunden und Arbeitskollegen. Einige Mitarbeiter befinden sich im Home-Office und spüren eventuell die Auswirkungen der Isolation von den Arbeitskollegen vor Ort. Andere gehen täglich zum Arbeitsplatz und sind möglicherweise verunsichert, weil derzeit niemand sagen kann, wie sich die Situation weiter entwickeln wird. Auch kann die Fokussierung auf das Familienleben oder die Partnerschaft zum Belastungstest werden. Wie kann ein guter Umgang mit den Ängsten und Unsicherheiten gelingen? Was hilft, wenn uns Bilder verunsichern und wir uns hilflos fühlen?

Angstreaktionen sind normal

Es ist völlig normal, dass wir Angstgefühle in einer solchen Ausnahmesituation entwickeln. Angst ist eine Emotion wie Ärger, Frustration oder Trauer. Akzeptanz hilft, die verunsicherte Gefühlslage einzuordnen und einen Umgang damit zu finden. Partner, Eltern oder auch Arbeitskollegen zeigen vielleicht ganz andere Gefühlsregungen. Auch das ist normal. Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf Ereignisse. Ein offener, authentischer und respektierender Austausch bereitet einen gesunden Boden für Akzeptanz und Mitmenschlichkeit und kann so Raum geben für Zuversicht und Optimismus.

Nachrichten wohl dosiert konsumieren

Viele sind irritiert von der Vielfalt der Informationen auf allen Kanälen. Hilfreich ist, auf ein paar wenige seriöse Nachrichtenquellen zu vertrauen und sich dabei auch auf beruhigende Aspekte zu fokussieren.

Zeit nutzen, um Neues entstehen zu lassen

Die behördlich verordneten Einschränkungen lassen sich vielleicht auch zum Innehalten nutzen, zum Nachdenken, zum Spazierengehen. Für Entdeckungen in der Natur, zum Entrümpeln und Aufräumen. Vielleicht gibt es noch ein altes Hobby, das man aufleben lassen könnte. Oder man nutzt die Zeit für neue digitale Erfahrungen. Die großen Museen dieser Welt zeigen beispielsweise virtuelle Online-Touren, kulturelle Entdeckungsreisen, für die sonst oft die Zeit fehlt.

Familienleben und Partnerschaft intensivieren

Das Zuhausebleiben bietet die Chance, sich wieder mehr mit dem Partner und den Kindern zu beschäftigen. Gemeinsame Essenszeiten und gemeinsame Bewegung können nun in den ungewohnten Tagesabläufen stattfinden. Es entstehen Möglichkeiten mit dem Partner ins Gespräch zu kommen und sich über die aktuelle Situation und die damit verbundenen Gefühle auszutauschen. Werden gute Lösungen im Zusammenleben gefunden und angestaute Konflikte konstruktiv gelöst, schweißt die Krise vielleicht zusammen.

Kontakte pflegen

Zum Glück sind viele von uns in digitalen Zeiten virtuell vernetzt, durch Messenger Apps, Video-Telefonie und Konferenzen. Wir können diese Tools nutzen, um in Verbindung zu leiben mit Freunden, Verwandten und Arbeitskollegen.

Solidarität zeigen und sich beteiligen,

wo immer es geht und passt. Vielleicht gelingt es, den gesellschaftlichen Zusammenhalt trotz „Social Distancing“ bewusst wahrzunehmen. Soziale Unterstützung kann neue Verbindungen schaffen und so das Gemeinschaftsgefühl stärken.

Für Sie, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sind wir erreichbar. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen und Unterstützungsbedarf haben.