Hanau
24. März 2020

Corona: Q & A

Derzeit entwickelt und verändert sich die Situation teilweise sehr schnell. Die wichtigsten Fragen und Antworten finden Sie hier.

COVID-19 (kurz für Corona Virus Disease 2019) ist eine grippeähnliche, neuartige
Atemwegserkrankung.

Inzwischen ist das Virus in nahezu allen Ländern der Welt angekommen und verbreitet
sich dort, teilweise sehr schnell, weiter. Aus diesem Grunde hat die WHO den Ausbruch
am 11.03.2020 offiziell als Pandemie eingestuft. Es wird damit gerechnet, dass im
Verlaufe der Pandemie in jedem Land mehr oder weniger große Ausbrüche geben wird,
wobei Zeitpunkt, Intensität und Dauer nicht vorhersagbar sind. Welche Länder gerade
besonders betroffen sind, kann man auf verschiedenen Seiten im Internet nachschauen.

Für die allermeisten Menschen ist das Virus nach heutiger Kenntnis nicht gefährlich und verursacht nur eine leichte grippeähnliche Erkrankung, die zu Hause behandelt werden kann. Schwere Verläufe und im Einzelfall auch Todesfälle werden vorwiegend bei älteren Menschen und Menschen mit chronischen Vorerkrankungen beobachtet.

Wenn man sich die offiziellen Fallzahlen aus China anschaut, sind dort bei dem aktuellen Ausbruch ca. 2-3 % der Erkrankten verstorben. Da leichte oder symptomlose Fälle, die keinen Arzt aufgesucht haben, in der Fallstatistik nicht erfasst sind, liegt die Tatsächliche Sterblichkeitsrate aber wahrscheinlich deutlich niedriger.

Gleichzeitig kann man derzeit weltweit beobachten, dass das Überleben der Schwerkranken vor allem von der Verfügbarkeit ausreichender medizinischer Versorgung abhängt. Dort wo Gesundheitssysteme überlastet werden und zum Beispiel nicht genug Krankenhausbetten oder Beatmungsplätze zur Verfügung stehen, steigen die Todesraten.

Deshalb ist es in dieser Situation extrem wichtig, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und so sicherzustellen, dass alle Patienten behandelt werden können.

Die meisten Infizierten erkranken nur leicht und können zu Hause behandelt werden. Das Krankheitsbild ähnelt einer Erkältung oder Grippe. Typische Symptome sind Fieber und Husten. Andere mögliche Symptome sind Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Schnupfen, Gliederschmerzen, Durchfall und Kurzatmigkeit. Bei schweren Verläufen kann es zur Lungenentzündung kommen.

Nach allem, was bisher über das Virus bekannt ist, erfolgt die Übertragung in erster Linie durch Tröpfcheninfektion. Kontaktinfektionen über die Hände sind wohl ebenfalls möglich, spielen aber eine geringere Rolle. Trotzdem ist eine gute Händehygiene neben der Hustenetikette sehr wichtig, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen und sich selbst und andere vor einer Infektion zu schützen.

Ja. Einerseits kann das Virus bei Infizierten schon nachgewiesen werden, bevor Symptome auftreten. Wenn ein Test in dieser Phase gemacht wird, ist es möglich, dass der Test schon positiv ist, obwohl noch keine Symptome vorliegen. Und andererseits wissen wir bereits aus China, dass es auch asymptomatische Verläufe gibt, bei denen Menschen die Infektion durchmachen, ohne Krankheitssymptome zu zeigen.

Nein, eher umgekehrt. Die bisherigen Daten aus China zeigen, dass Kinder nicht besonders gefährdet sind und in der Regel auch nicht schwer erkranken. Aber sie spielen bei der Übertragung und Verbreitung des Virus eine nicht unwesentliche Rolle. Das ist auch der Grund dafür, dass derzeit in sehr vielen Ländern Kitas und Schulen für eine gewisse Zeit geschlossen werden, um die Weiterverbreitung zu verlangsamen.

Ja, nach überstandener Erkrankung ist man erst einmal immun. Allerdings gilt das ziemlich sicher nur für eine begrenzte Zeit. Coronaviren hinterlassen üblicherweise nur eine relativ schwache Immunität, so dass man sich nach einigen Jahren erneut infizieren kann. Wir kennen das von anderen Coronaviren, die z.B. Erkältungen auslösen und mit denen sich alle Menschen von Zeit zu Zeit immer mal wieder infizieren.

Als Inkubationszeit wird der Zeitraum zwischen Ansteckung und dem Auftreten von Krankheitssymptomen bezeichnet. Bei COVID-19 geht man derzeit davon aus, dass dieser Zeitraum maximal 14 Tage beträgt, in der Regel aber deutlich kürzer ist (5-6 Tage)

Auf Grund bisheriger Untersuchungen und Beobachtungen wird angenommen, dass Infizierte bereits 1-2 Tage bevor sie Symptome bekommen, das Virus weiterverbreiten können.

Sind Schwangere besonders gefährdet bzw. müssen Schwangere etwas Besonderes beachten?

Nein. Studien aus China belegen, dass Schwangere kein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe der Erkrankung COVID-19 haben. Es reicht, wenn Schwangere die gleichen Schutzmaßnahmen und Hygieneregeln einhalten, die auch für alle anderen Menschen empfohlen werden (Häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife, Hustenetikette, Abstand halten zu offensichtlich erkrankten Personen).

Die Risikogebiete werden in Deutschland vom Robert-Koch-Institut (RKI) festgelegt und veröffentlicht:

Nicht jeder Atemwegsinfekt ist eine SARS-CoV-2 Infektion. Es kann sich zum Beistpiel auch um eine „normale“ Erkältung oder eine Influenza (Virusgrippe) handeln. Aber auch diese Atemwegsinfekte sind ansteckend. Bleiben Sie daher zu Hause, wenn Sie krank sind und halten Sie enge persönliche Kontakte - auch zu Familienmitgliedern - so gering wie möglich.

Wenn Sie einen Arzt aufsuchen müssen, kontaktieren Sie diesen vorab telefonisch und informieren ihn über Ihre Symptome, damit erforderliche Infektionsschutzmaßnahmen für das Personal und andere Patienten in der Praxis getroffen werden können.

Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt zu einem an COVID-19 Erkrankten hatten oder sich in einem COVID-19-Risikogebiet aufgehalten haben, nehmen Sie in jedem Fall telefonisch Kontakt zu Ihrem Hausarzt oder den lokalen Gesundheitsbehörden (Gesundheitsamt) auf.

Nicht jeder Atemwegsinfekt ist eine SARS-CoV-2 Infektion. Es kann sich zum Beistpiel auch um eine „normale“ Erkältung oder eine Influenza (Virusgrippe) handeln.

Wenn Sie sich während der Arbeit krank fühlen, informieren Sie Ihren Vorgesetzten - wenn möglich telefonisch - und stellen Sie die Arbeit ein. Bleiben Sie zu Hause und halten Sie enge persönliche Kontakte - auch zu Familienmitgliedern - so gering wie möglich. Wenn Sie einen Arzt aufsuchen müssen, kontaktieren Sie diesen vorab telefonisch und informieren ihn über Ihre Symptome, damit erforderliche Infektionsschutzmaßnahmen für das Personal und andere Patienten in der Praxis getroffen werden können.

Wenn es an ihrem Standort einen arbeitsmedizinischen Dienst gibt, stellen Sie sich dort vor. Rufen Sie vorher im werksärztlichen Dienst an und informieren die Mitarbeiter dort über ihre Symptome, damit erforderliche Infektionsschutzmaßnahmen für das Personal und andere anwesende Personen getroffen werden können.

Wenn die Erkrankung nur so etwas wie eine Erkältung oder Grippe ist, warum werden dann jetzt Schulen und Kitas geschlossen und so viele Menschen in Quarantäne genommen?

Da es sich bei SARS-CoV-2 um ein neuartiges Virus handelt, ist, anders als bei sonstigen Erkältungserkrankungen oder der Influenza, bisher niemand immun. Anders ausgedrückt, grundsätzlich ist jeder für die Viruserkrankung empfänglich. Ohne Maßnahmen, die die Verbreitung verlangsamen, müsste damit gerechnet werden, dass in sehr kurzer Zeit, sehr viele Menschen gleichzeitig erkranken würden. Das könnte zu einer Überlastung der Krankenhäuser und Arztpraxen führen. Zudem würde es auch die Wirtschaft und unsere Versorgungsstrukturen massiv belasten, wenn sich sehr viele Arbeitnehmer zeitgleich krankmelden.

Aus diesem Grunde ist es im Frühstadium einer Epidemie sinnvoll, Maßnahmen zu ergreifen, um die Verbreitung des Erregers zu verlangsamen. Man nennt das Containment. Zu diesen Maßnahmen gehören die Isolation von Erkrankten, Quarantäne für Kontaktpersonen und eben auch die Schließung von Schulen und Kitas oder die Absage von Großveranstaltungen.

Mit diesen Maßnahmen gewinnt man zudem Zeit, die genutzt werden kann, um das Virus besser zu erforschen, Impfstoffe zu entwickeln und eventuell auch spezifische Medikamente. Und man gewinnt Abstand zur saisonalen Grippewelle, die zumindest auf der Nordhalbkugel derzeit auch noch läuft und die Gesundheitssysteme ebenfalls belastet.

Social Distancing bedeutet, dass man enge persönliche Kontakte auf das unbedingt notwendige Maß reduzieren soll. Konkret soll man die Zahl der Personen, die man persönlich trifft möglchst klein halten und immer mindestens 1-2 Meter Abstand halten. Vereinfacht kann man sagen, dass man sich beim Kontakt mit anderen Menschen immer so verhalten soll, als wäre der andere ansteckend. Da das SARS-CoV-2 Virus vorwiegend durch Tröpfchen übertragen wird, ist Abstand halten eine sehr wirkungsvolle Maßnahme.

Das gilt sowohl im Beruflichen Bereich, als auch privat. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Daduch soll erreicht werden, dass nicht zu viele Menschen gleichzeitig erkranken. Nur dadurch kann sichergestellt werden, dass alle auch medizinisch Versorgt werden können.

Ja. Einerseits kann das Virus bei Infizierten schon nachgewiesen werden, bevor Symptome auftreten. Wenn ein Test in dieser Phase gemacht wird, ist es möglich, dass der Test schon positiv ist, obwohl noch keine Symptome vorliegen. Und andererseits wissen wir bereits aus China, dass es auch asymptomatische Verläufe gibt, bei denen Menschen die Infektion durchmachen, ohne Krankheitssymptome zu zeigen.

Den besten Schutz – übrigens nicht nur gegen COVID-19, sondern gegen alle Arten von Atemwegsinfekten – bieten eine sehr gute persönliche Händehygiene und das Abstandhalten zu Menschen, die offensichtlich einen Atemwegsinfekt haben (mindestens 1-2 Meter). Da wir wissen, dass COVID-19-Infizierte schon ansteckend sind, wenn Sie noch gar keine Symptome haben, ist es darüber hinaus in der aktuellen Situation wichtig, enge Kontakte insgesamt zu vermeiden. Wir sollten derzeit mit möglichst allen Menschen so umgehen, als wenn sie infektiös wären.

Die Hände sollten möglichst häufig und gründlich (mindestens 10 Sekunden) mit Wasser und Seife gewaschen werden. Das gilt insbesondere, nachdem man Dinge berührt hat, die von vielen Menschen angefasst werden (Türklinken, Handläufe, Aufzugstableaus, Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkaufswagen, Geld, etc.). Das Waschen der Hände mit Wasser und Seife ist wirksam und ausreichend. Eine Desinfektion der Hände ist im normalen Alltag nicht erforderlich, kann aber in bestimmten Situationen mit erhöhtem Infektionsrisiko oder dort, wo Wasser und Seife nicht zur Verfügung stehen, eine Alternative sein.

Ferner ist es wichtig, das Gesicht und die Schleimhäute möglichst nicht mit den Händen zu berühren. Auf die Begrüßung per Handschlag sollte in Zeiten erhöhter Infektionsgefahr verzichtet werden.

Wer selbst krank ist sollte zu Hause bleiben und enge persönliche Kontakte zu anderen Menschen so weit wie möglich vermeiden. Um andere nicht anzustecken, sollen beim Husten oder Niesen Mund und Nasen entweder mit einem frischen Taschentuch, das anschließend sofort entsorgt wird, oder mit der Ellenbeuge bedeckt werden. Wenn man stattdessen doch versehentlich – so wie viele es in der Kindheit gelernt haben – die Hand vor den Mund gehalten hat, sollte man die Hände anschließend sofort gründlich waschen.

Das kommt darauf an. Normalerweise ist das gründliche Waschen der Hände mit Wasser und Seife außerhalb medizinischer Einrichtungen vollkommen ausreichend und eine wirksame Möglichkeit, sich vor Infektionen zu schützen. Die Hände stattdessen zu desinfizieren ist dann eine sinnvolle Alternative, wenn Wasser und Seife nicht zur Verfügung stehen, also wenn man unterwegs ist.

Das kommt darauf an, in welcher Situation die Mundschutzmaske (offiziell Mundnasenschutz) getragen wird und von wem. Mit dem Tragen einer solchen Maske schützt man in erster Linie nicht sich selbst, sondern die Menschen in seinem näheren Umfeld.

Wenn also jemand der nachweislich infektiös ist oder es mit erhöhter Wahrscheinlichkeit sein könnte, einen Mundnasenschutz trägt, hilft das bei korrekter Anwendung, die Ausbreitung des Virus einzuschränken. Einen Mundnasenschutz zum eigenen Schutz zu tragen, ist hingegen außerhalb medizinischer Einrichtungen nicht sinnvoll. Hier sind Abstand halten und Händehygiene die wesentlich wirkungsvolleren Maßnahmen.

Nach allem, was bisher über das Virus bekannt ist, erfolgt die Übertragung in erster Linie durch Tröpfcheninfektion. Kontaktinfektionen über die Hände sind wohl ebenfalls möglich, spielen aber eine geringere Rolle. Trotzdem ist eine gute Händehygiene neben der Hustenetikette sehr wichtig, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen und sich selbst und andere vor einer Infektion zu schützen.

Als Inkubationszeit wird der Zeitraum zwischen Ansteckung und dem Auftreten von Krankheitssymptomen bezeichnet. Bei COVID-19 geht man derzeit davon aus, dass dieser Zeitraum maximal 14 Tage beträgt, in der Regel aber deutlich kürzer ist (5-6 Tage)

Auf Grund bisheriger Untersuchungen und Beobachtungen wird angenommen, dass Infizierte bereits 1-2 Tage bevor sie Symptome bekommen, das Virus weiterverbreiten können.

Diese Frage lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mit Sicherheit beantworten. Im Moment geht das RKI davon aus, dass die Isolation Erkrankter frühestens nach 14 Tagen aufgehoben werden kann, wenn der Patient zusätzlich seit mindestens 48 Stunden symptomfrei ist.

Nein. Zurzeit gibt es keinen Impfstoff gegen COVID-19. An der Entwicklung von Impfstoffen wird weltweit gearbeitet. Wann die ersten Impfstoffe zur Verfügung stehen werden, lässt sich noch nicht sagen. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass dies vor Ende des Jahres 2020 der Fall sein wird.