Standortleiterin Kerstin Oberhaus moderierte die Abschlussveranstaltung, die unter Beteiligung von Staatsekretär Jens Deutschendorf, hessisches Wirtschaftsministerium, stattfand.
Standortleiterin Kerstin Oberhaus moderierte die Abschlussveranstaltung, die unter Beteiligung von Staatsekretär Jens Deutschendorf, hessisches Wirtschaftsministerium, stattfand.
Hanau
25. Januar 2021

Mobilitätsprojekt H2anau: Abschluss und Auftakt

Drei Jahre, sechs Partner, sieben HyKangoo- Lieferfahrzeuge, 120.000 Kilometer – kurz: Ein erfolgreich durchgeführtes Mobilitätsprojekt hat seinen Abschluss gefunden.

Ende Januar präsentierten die Kooperationspartner Umicore, Evonik, Fraunhofer IWKS, IHK, Heraeus und Stadtwerke Hanau im Rahmen einer digitalen Veranstaltung Vertretern aus Politik und Unternehmen die Ergebnisse des aus Landes- und EU-Mitteln geförderten Projekts H2anau.

Jens Deutschendorf, Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, würdigte die Initiative der Kooperationspartner und sprach über die Bedeutung von Wasserstoff für Hessen: „Hessen ist Schrittmacher auf dem Weg in eine klima- und umweltfreundliche Mobilität, und deshalb wollen wir auch bei der Wasserstofftechnologie mit dabei sein. Mit Wind- oder Solarstrom erzeugter Wasserstoff macht grüne Energie speicherbar, ob auf der Schiene, im Schwerlastverkehr auf der Straße oder bei Flugzeugantrieben. Wasserstoff ist ein Schlüsselelement der Energie- und Verkehrswende. Auch in Hessen sollen integrierte Strukturen zur Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff auf lokaler und regionaler Ebene entstehen.“

Kerstin Oberhaus vom Spezialchemieunternehmen Evonik, das die Federführung des Kooperationsprojekts innehatte, verdeutlichte, dass ohne die Unterstützung des Landes das Projekt sehr wahrscheinlich nicht zustande gekommen wäre: „Dem Land Hessen und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung möchte ich an dieser Stelle im Namen aller Kooperationspartner herzlich für die Förderung dieses zukunftsweisenden Projektes danken! Ebenso wie dem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen sowie der WI-Bank, die das Projekt im Vorfeld ermöglicht hatten.“

Erfahrungen mit den HyKangoo-Lieferfahrzeugen

Alle Daten und Fakten zu den Erfahrungen von H2anau fasste Dr. Jörg Zimmermann von der Fraunhofer Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie (kurz IWKS) stellvertretend für die Kooperationspartner in seinem wissenschaftlichen Abschlussbericht zusammen.

Besonders aufschlussreich war hier das grundsätzliche Einsatzpotenzial von Elektrolieferfahrzeugen mit Brennstoffzellen-Reichweitenverlängerung.

Basierend auf den Erfahrungen im realen Einsatz bei den verschiedenen Partnern und deren unterschiedlichen Anforderungen und Einsatzfeldern wurde festgestellt, dass das eingesetzte Fahrzeug HyKangoo schon heute eine große Breite von realen Anforderungsprofilen für Lieferfahrzeuge abdecken kann.

„Das Fahrzeug hat zwar noch Schwächen in der Auslegung des Systems - Brennstoffzelle ist mit 5 kW zu klein - und auch der Steuerung - keine Aufladung der Batterie bei abgestelltem Fahrzeug. Aber ein Batteriefahrzeug mit einer Wasserstoff-betriebenen Brennstoffzelle als Reichweitenverlängerung kann grundsätzlich als Lieferfahrzeug im leisen, emissionsarmen und möglichst CO2-armen Einsatz in den für diese Fahrzeuge typischen Einsatzradien von bis zu 200 km eingesetzt werden“, berichtet Jörg Zimmermann.

Große H2-Expertise in Hanau

Oberbürgermeister Claus Kaminsky hob die Expertise vieler Kooperationspartner in der Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie hervor: „Wir sind hier in Hanau hervorragend aufgestellt. Haben wir doch über die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung, der Speicherung, der Infrastruktur, der Verwendung bis zum Recycling viele Technologien zu bieten.“

Eine Auswahl dieser Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien stellten Vertreter des Kooperationsprojekts von Heraeus, Umicore, Fraunhofer IWKS und Evonik den Teilnehmern im Abschlussevent vor. Hierbei ging es unter anderem um die Funktionsweise von Brennstoffzellen und die für den Elektrolysevorgang wichtigen Edelmetallkatalysatoren, die Entwicklung von Membranen sowie das Recycling von Brennstoffzellen.

Zum Abschluss des H2anau-Projekts haben sich alle Kooperationspartner dazu entschlossen, weiterhin ein gemeinsames starkes Zeichen zu setzen. Sie werden am Ball bleiben, wenn es darum geht, die in Hanau in den einzelnen Unternehmen und Organisationen vorhandene H2- und Brennstoffzellenexpertise zu bündeln und gemeinsam auf eine größere Bühne zu heben. In diesem Sinne wird das im Rahmen dieses Projektes aufgebaute Expertise-Netzwerk weiter gepflegt und ausgebaut.­