Über 90 Gäste waren gekommen, um sich die Zukunftsvisionen der Start-ups anzuhören.
Über 90 Gäste waren gekommen, um sich die Zukunftsvisionen der Start-ups anzuhören.
Hanau
12. Februar 2019

Von Quantencomputern und intelligenten Laboren

Neue Dimension für „Lunch & Learn im Park“: Das beliebte Netzwerk-Format wurde erstmals als „Digital Lunch Pitch“ abgehalten. Zwei Start-ups präsentierten ihre innovativen Geschäftsideen.

Andreas Brumby, Kerstin Oberhaus, Thorsten Gössling (Clever!Lab), Elmar Rother, Michael Marthaler (HQS), Daniel Katterbach, Iris Schwenk (HQS)
Andreas Brumby, Kerstin Oberhaus, Thorsten Gössling (Clever!Lab), Elmar Rother, Michael Marthaler (HQS), Daniel Katterbach, Iris Schwenk (HQS)

Gemeinsam mit Umicore lud die Standortleitung von Evonik ein zum Lunch & Learn – und vor allem zum Netzwerken. Mit einem Unterschied: Stellten sonst Firmen aus dem Industriepark ihre Produkte, Verfahren und Leistungen vor, standen diesmal zwei Start-ups aus dem Bereich Digitalisierung im Mittelpunkt.

Den Auftakt machte Elmar Rother von der Evonik Digital GmbH mit einer kurzen Einführung zum Thema: „Um die digitale Transformation in den Arbeitsalltag zu integrieren, braucht es Neugier und die Bereitschaft, Überzeugungen zu hinterfragen und neue Herangehensweisen zu testen und weiterzuentwickeln.“

Mark Redshaw, Investment Director bei Evonik Venture Capital, erklärte den Hintergrund seiner Arbeit: „Evonik Venture Capital investiert in innovative Start-ups und schafft damit strategischen Wert und Wachstumsmöglichkeiten für Evonik. Die Investitionen müssen in das strategische Gesamtkonzept von Evonik passen aber auch eine finanziell attraktive Rendite versprechen. Wir geben jedoch nicht nur Kapital, sondern verstehen uns auch als Partner der Start-ups und unterstützen sie mit unserem Markt-, Technologie- und Produktions-Know-how.“

Dann bekamen die Gäste jeweils 15 Minuten Zeit ihre beiden noch jungen Firmen vorzustellen

Vom Karlsruher Start-up Heisenberg Quantum Simulations (HQS) gab Michael Marthaler einen Einblick in die Welt der Quantencomputer der Zukunft. Hierfür stellt das Start-up die Software bereit: HQS entwickelt Algorithmen, mit denen das Verhalten der Natur nachempfunden werden kann. Nützlich sei das insbesondere bei der Simulation von Molekülen und ihren Eigenschaften, Verfahren und Reaktionen. So können zukünftig die wesentlichen Parameter neuer Werkstoffe und Materialien, Spezialchemikalien oder pharmazeutischen Wirkstoffe simuliert werden. „Ohne dass zuvor auch nur ein einziger physikalischer Labor-Versuch stattgefunden hat“, sagte Marthaler.

Im Anschluss stellte Thorsten Gressling das ARS Clever!Lab aus München vor. Die Firma entwickelt die Laborarbeit digital weiter. Das Start-up bietet Lösungen für Spracherkennung für digitale Notizen, visuelle Aufnahme von Informationen wie die Uhrzeit oder Hebelstellungen von Ventilen, Work-Flow-Dokumentation und vieles mehr. Damit würde die Produktivität erhöht und die Fehlerquote gesenkt. „Das Labor des 21. Jahrhunderts kommuniziert mit den Menschen, die in ihm arbeiten und unterstützt sie mit einer voll integrierten Lösung als eine Art digitales Gehirn“, meinte Gressling.

Positives Feedback

Andreas Hoff, Leiter Verfahrenstechnik, hat das zeitgemäße Format sehr gefallen: „Es hat mich sehr gefreut, dass mit den beiden Beiträgen die Themen „Quantensimulation“ und „Digitalisiertes Labor/Technikum“ adressiert wurden. Diese beschäftigen die Verfahrenstechnik im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie ebenfalls. Zum Beispiel bei der strategischen Initiative Smart Piloting befassen wir uns mit der Optimierung und Weiterentwicklung der Technika im Zuge der neuen digitalen Möglichkeiten.“ Junior Process Engineer Kristina Klinker war ebenfalls begeistert von dem Event: „Ich fand es sehr spannend zu erfahren, was für Ideen die Start-ups haben und wie sie sich die Zukunft der chemischen Forschung vorstellen. Außerdem war die Veranstaltung sehr zwanglos, ein schönes Format!“

Beim anschließenden Imbiss diskutierten die Teilnehmer lebhaft über das Thema Digitalisierung im beruflichen Alltag. Und eine von Standortleiterin Kerstin Oberhaus angeregte „Blitz-Feedback-Runde“ zeigte viele erhobene Hände im Publikum – ein klares „Ja“ für mehr Lunch & Learn im Park. Das hat natürlich die Organisatoren um Andreas Brumby, Umicore, Jens Busse, Evonik Venture Capital, Daniel Katterbach von Process & IT-Management im Segment TI, und Elmar Rother besonders gefreut.

Beim nächsten Termin am 28. März wird sich der Umicore Geschäftsbereich PMC (Precious Metals Chemistry) mit seinen neuen Entwicklungen vorstellen.

Eine detaillierte Ankündigung erfolgt wie immer über Intra- und Extranet.