Pressemitteilung
Hanau
5. November 2018

Evonik Azubi-Tag

MUTausbruch für mehr Verantwortung. Im September fand in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt zum zweiten Mal der Evonik Azubi-Tag statt. Dieses Jahr nahmen über 150 Auszubildende aus Hanau, Steinau, Darmstadt, Weiterstadt und Worms teil und beschäftigten sich intensiv mit den Themen Diskriminierung und Verantwortung.

Die ersten Wochen einer Ausbildung sind voller neuer Eindrücke. Zahlreiche neue Auszubildende bei Evonik erkundeten nicht nur ihren Arbeitsplatz, sondern lernten ihren Arbeitgeber in einem möglicherweise unerwarteten Zusammenhang kennen: An zwei Tagen ging es für diese Auszubildenden in zwei Gruppen an die Goethe Universität Frankfurt. Unter dem Motto „MUTausbruch“ erfuhren sie vieles über die Beteiligung der Vorgängergesell-schaften von Evonik an den Verbrechen des NS-Regimes und setzten sich im Anschluss mit Diskriminierung und Zivilcourage in der heutigen Gesellschaft auseinander.

„In Zeiten von Wutbürgern und Wutausbrüchen ist es Zeit für einen MUTausbruch“, begrüßte Markus Langer, Leiter der Markenkommunikation von Evonik, die Auszubildenden. Mut bedeutet hier vor allem Zivilcourage und damit ein aktives Vorgehen gegen Rassismus und Diskriminierung. Und es bedeutet, die Verantwortung anzunehmen, die man als Unternehmen mit einer Vergangenheit in der NS-Zeit trägt.

Vor diesem Hintergrund leitete Dr. Andrea Hohmeyer, Leiterin des Konzernarchivs von Evonik, den Tag mit einem entsprechenden Vortrag ein und nahm dabei Bezug auf Themen wie Rüstungsproduktion, „Arisierungen“, Zwangsarbeit, das Schmelzen der Edelmetalle von NS-Opfern und die Lieferung von Zyklon B. „Unsere Vorgängergesellschaften haben ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft lange ignoriert. Wir aber sehen es als unsere Pflicht, uns dieser Verantwortung zu stellen und offen mit unserer Vergangenheit umzugehen“, so Hohmeyer.

Im zweiten Teil ging es um eigene Erfahrungen und Ansichten der Auszubildenden zu den Themen Verantwortung und Diskriminierung. In unterschiedlichen Workshops beschäftigten sie sich interaktiv mit „Zivilcourage“, „Antisemitismus und „Antiislamismus“ und sprachen in den einzelnen Gruppen über aktuelle Probleme in der Gesellschaft und über Situationen, in denen sie selbst mit Diskriminierung in Berührung gekommen sind.

Um die persönlichen Erfahrungen und Empfindungen der Auszubildenden in den Ablauf des Tages einzubeziehen, wurde dieser durch eine speziell programmierte App begleitet, über die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Fragen stellen und ihre Meinung zu den einzelnen Themenschwerpunkten äußern konnten. Dazu gehörte auch das anschließende Feedback zur Veranstaltung, bei dem mehr als die Hälfte dem Tag mindestens 8 von 10 möglichen Punkten gab.

Jana Bernhard, Auszubildende zur Chemielaborantin im Industriepark Wolfgang, fand die Veranstaltung richtig gut: "Mir hat sehr gut gefallen, dass wir mehr über unseren Arbeitgeber erfahren haben und die Historie von Evonik durch abwechslungsreiche Gruppenarbeiten selbst entdecken konnten. Es ist toll, dass sich Evonik die Zeit dafür nimmt, die Auszubildenden über die Unternehmensgeschichte zu informieren und die Schattenseiten nicht verschleiert."